Italien verzeichnet trotz des seit 2001 abgeschwächten Wirtschaftswachstums eine sinkende Arbeitslosigkeit, vor allem aber einen deutlichen Beschäftigungsaufbau. Die Zunahme der Beschäftigung trotz wirtschaftlicher Stagnation hat jedoch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Unternehmen verringert, da die Produktivität zurückging und die Lohnstückkosten vergleichsweise kräftig gestiegen sind. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 50/2004. Wenn das binnenwirtschaftliche Wachstum nicht wieder zunimmt, könnte die erfolgreiche Arbeitsmarktphase bald zu Ende sein.
Wesentlicher Grund für den Beschäftigungsaufbau sind die Tremonti-Gesetze, wonach Unternehmer für die Schaffung von dauerhaften Vollzeitarbeitsplätzen Steuervorteile erhielten. Diese Gesetze waren jedoch auf die Jahre 2000 bis 2003 begrenzt. Zu einem geringeren Teil ist der Beschäftigungsanstieg auch auf eine strengere Kontrolle der Schwarzarbeit und auf eine Legalisierung illegaler Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen. Er war jedoch nicht mit einer Zunahme der Teilzeitbeschäftigung verbunden, wie häufig angenommen wird.