Zuwanderer sind überdurchschnittlich von Armut betroffen

Pressemitteilung vom 2. Februar 2005

Die wirtschaftliche Lage der in Deutschland lebenden Zuwandererbevölkerung hat sich seit 1998 im Vergleich zur Mehrheitsbevölkerung verschlechtert. Besonders betroffen von Armut sind jüngere und ältere Personen mit Migrationshintergrund, so der aktuelle Wochenbericht Nr. 5/2005 des DIW Berlin. Vor allem alarmierend ist, dass Armut für viele der Zuwanderer kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern einen Dauerzustand darzustellen scheint.
Das vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobene Sozio-oekonomische Panel (SOEP) zeigt, dass 1998 bereits 19% der Migranten in Einkommensarmut lebten. Innerhalb von fünf Jahren stieg dieser Anteil auf 23%. Jede dritte Person der zweiten Zuwanderergeneration (unter 35 Jahr alt) lebte im Jahr 2002 in Armut; bei derselben Altersgruppe der Mehrheitsbevölkerung war es jeder Sechste. Während türkische Zuwanderer am stärksten von Armut betroffen sind, leben Zuwanderer aus den westlichen Industrieländern vergleichsweise selten in Armut.
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