Funktionsfähigkeit der Welt-Metallmärkte zunehmend gefährdet

Pressemitteilung vom 20. April 2005

Die Sicherstellung der Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Rohstoffen zu Preisen unter Wettbewerbsbedingungen ist zunehmend gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 16/2005 und regt eine aktive Rohstoffpolitik und Beteiligungen deutscher Hüttenunternehmen im ausländischen Bergbau an.
Die Welt-Metallmärkte sind seit Ende 2003 durch ein knappes Angebot und anhaltende Spitzenpreise gekennzeichnet. Die hohen Rohstoffpreise schlagen inzwischen auf weite Bereiche der deutschen Wirtschaft durch und gefährden ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit viele Arbeitsplätze. Vor allem China hat durch sein enormes Wirtschaftswachstum eine bisher nicht gekannte Rohstoffnachfrage verursacht. Aber auch weitere Entwicklungsländer wie z. B. Indien werden künftig ebenfalls steigende Anteile am Weltverbrauch einzelner Rohstoffe beanspruchen. Hinzu kommen Wettbewerbsverzerrungen durch eine teilweise hohe Konzentration des Angebots auf wenige Länder und Unternehmen, WTO-widrige staatliche Exportbeschränkungen in China und anderen Ländern und die Bestrebungen chinesischer Unternehmen, mit staatlicher Unterstützung durch Beteiligungen auch die Kontrolle über Menge und Preis bei den benötigten Rohstoffen zu gewinnen. Da die Beseitigung globaler Wettbewerbsverzerrungen politisch kaum durchsetzbar ist, wird wohl wieder über eine aktive staatliche Rohstoffpolitik und Beteiligungen deutscher Hütten im Ausland nachzudenken sein. Die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft basiert auf funktionsfähigen Weltmärkten, da sie ihre Kapitalbeteiligungen im ausländischen Bergbau in den letzten zehn Jahren weitgehend aufgegeben hat.
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