Neuausrichtung der europäischen Regionalpolitik erforderlich

Pressemitteilung vom 7. Juni 2005

Das aktuelle Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung 1/2005 greift die Diskussion zu den neuen Herausforderungen an die EU-Regionalpolitik auf. Dabei wird sowohl die stärker aus der Wissenschaft heraus formulierte Frage nach der Legitimation und grundsätzlichen Ausrichtung auf Wachstums- oder Ausgleichsziel gestellt als auch mehr aus dem Blickwinkel der Praxis nach effizienten Weiterentwicklungen der Förderkonzepte und –instrumente gefragt. Zu Wort kommen Wissenschaftler aus der universitären Forschung, aus den Wirtschaftsforschungsinstituten und aus der Europäischen Kommission. Die sieben Beiträge beantworten die Kernfragen zum richtigen Kurs der Regionalpolitik in der Europäischen Union recht unterschiedlich. Gemeinsam ist allen Arbeiten allerdings eine kritische Distanz zur gegenwärtigen Förderpraxis.
Die Beiträge aus der theoretischen Forschung legen dabei eine grundsätzlich neue Ausrichtung der Europäischen Regionalpolitik nahe. So wird gezeigt, dass eine Regionalpolitik, die generell auf eine räumliche Gleichverteilung abzielt, kontraproduktiv sein kann. Zudem wird davor gewarnt, dass Umverteilungsmaßnahmen an Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit dazu führen können, dass national notwendige Reformen unterbleiben. Die als Medizin gedachte Regionalförderung erweist sich dann in Wirklichkeit als Gift. Die stärker praxisbezogenen Beiträge betonen hingegen die Notwendigkeit durchgreifender institutioneller und instrumenteller Änderungen im bisherigen Förderkonzept. Die strategischen Überlegungen gehen dahin, vor allem regionale Wachstumspole und existierende Cluster in den ärmsten EU-Regionen zu fördern. Darüber hinaus wird die Bedeutung und Förderung eines soliden makroökonomischen Umfeldes betont.

Eine begrenzte Anzahl von Rezensionsexemplaren kann über die Pressestelle des DIW Berlin bezogen werden.
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