Erneuerbare Energien: Weitere Förderung unverzichtbar

Pressemitteilung vom 20. Juli 2005

Eine spezielle Förderung erneuerbarer Energien ist sowohl aus Gründen des Klimaschutzes als auch aus technologiepolitischen Gründen längerfristig unverzichtbar. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz in der Novelle von 2004 (EEG 2004) ist dafür das geeignete Instrumentarium. Dies gilt auch dann, wenn der Emissionshandel in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, so der aktuelle Wochenbericht 29/2005 des DIW Berlin. Wenn die gegenwärtige Förderpolitik fortgesetzt wird, kann Deutschland den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland bis 2010 auf 12,5 % erhöhen und damit das nationale EU-Richtziel erreichen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die erneuerbaren Energien innerhalb der allgemeinen Rahmenbedingungen langfristig wettbewerbsfähig gemacht werden.
Im Bereich der Stromerzeugung haben erneuerbare Energien in Deutschland im Jahre 2004 mit insgesamt 55,8 Mrd. kWh einen Anteil am Bruttostromverbrauch von 9,3 % erreicht. Hiervon entfielen die größten Anteile auf Windenergie, deren Nutzung in den letzten Jahren kräftig zugenommen hat, und Wasserkraft, die hierzulande nur noch wenig erhöht werden kann. Insgesamt haben die erneuerbaren Energien in Deutschland trotz einer kontinuierlichen Zunahme in den vergangenen Jahren bisher noch einen geringen Anteil von rund 3,6 % am gesamten Primärenergieverbrauch.

Der Wochenbericht des DIW Berlin entkräftet die in letzter Zeit von verschiedenen Seiten gegen das EEG vorgebrachte Kritik. So mindert auch eine zunehmende Wirksamkeit des Emissionshandels nicht die Wirksamkeit des EEG, wenn der erhöhte Beitrag erneuerbarer Energien bei der Allokationsplanung angemessen berücksichtigt wird. Und nicht zuletzt deuten Vergleiche mit Ländern wie dem Vereinigten Königreich und Italien, wo Quotensysteme eingeführt wurden, darauf hin, dass eine Abkehr vom EEG in Deutschland zu höheren Strompreisen führen würde. In Deutschland sind die Stromverbraucher vom Jahre 2000 bis 2004 um insgesamt rund 1,7 Mrd. Euro weniger belastet worden, als dies bei einem derartigen Quotensystem der Fall gewesen wäre.
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