Weltweite Kohlendioxid - Emissionen auf neuem Höchststand

Pressemitteilung vom 28. September 2005

Ein messbarer Erfolg der internationalen Klimaschutzpolitik steht nach wie vor aus: Statt der angestrebten Reduktion sind die energiebedingten Emissionen von Kohlendioxid (CO2) nach Schätzungen des DIW Berlin im Jahr 2004 gegenüber dem Vorjahr weltweit um etwa 4,5 Prozent gestiegen. Das ist gut ein Viertel mehr als im Jahr 1990. Das DIW Berlin fordert eine drastische Trendumkehr. Der Emissionshandel kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Da er jedoch nur auf die Sektoren Energiewirtschaft und Industrie beschränkt ist, müssen zugleich wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Emissionen in den übrigen Sektoren, vor allem beim Verkehr und den privaten Haushalten, zu senken.
Anhaltspunkte dafür, dass sich die Emissionsentwicklung weltweit weiter von den angestrebten Zielen entfernt hat, bieten die im Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 39/2005 veröffentlichten Schätzungen der Veränderungen bei dem mit Abstand wichtigsten Treibhausgas CO2. Danach erreichten die gesamten energiebedingten CO2-Emissionen weltweit im Jahr 2004 einen neuen Höhepunkt: Sie stiegen mit einem Zuwachs um 4,5 Prozent auf etwa 27,5 Mrd. t. Die CO2-Emissionen sind in fast allen Ländern kräftig gestiegen. In den OECD-Ländern waren sie 2004 knapp 16 Prozent höher als 1990. In der EU-15 betrug der Anstieg im Vergleich zu 1990 etwa 4,5 Prozent. In den Transformationsländern stiegen die Emissionen bis 2004 auf zuletzt 2,6 Mrd. t. Das waren 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 9 Prozent sind die CO2-Emissionen in den Entwicklungs- und Schwellenländern besonders kräftig gewachsen. Innerhalb der Gruppe der Entwicklungsländer wies die VR China in absoluten Zahlen den größten Anstieg aus: Hier dürften die Emissionen im Jahre 2004 um knapp 15 Prozent höher gewesen sein als 2003.
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