Arbeitsmigranten können sich besser in den Arbeitsmarkt integrieren als Personen, die aus Gründen der Familienzusammenführung oder der Asylsuche einwandern. Das zeigt ein deutsch-dänischer Vergleich der Immigranten, veröffentlicht im aktuellen Wochenbericht des DIW Berlin 46/2005. In beiden Ländern ist nur ein geringer Teil der Immigranten primär wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zugewandert. Künftig muss deshalb die Einwanderungspolitik vor allem darauf ausgerichtet werden, vermehrt Arbeitsmigranten anzuwerben.
Angesichts der demographischen Entwicklung ist vor allem eine vermehrte Zuwanderung von Fachkräften nötig, die mit Hilfe eines transparenten Kriterienkatalogs gesteuert werden sollte. Für die Erlaubnis einer permanenten Zuwanderung scheint ein Punktesystem am besten geeignet zu sein, in dem neben Kriterien wie dem Alter oder der Berufserfahrung vor allem die fachliche Qualifikation zählt. Nur wenn eine bestimmte Zahl von Bewertungspunkten erreicht ist, sollte Zuwanderung möglich sein. Zudem sollte ein Sprachtest obligatorisch sein. Für die zeitweilige Zuwanderung bietet sich ein Auktionssystem an, bei dem die Unternehmen entsprechend ihrem Bedarf und unbürokratisch Zertifikate für zeitweilige Zuwanderungen erwerben können. Nach drei Jahren sollten die zeitweiligen Zuwanderer die Möglichkeit haben, einen Antrag auf dauerhafte Zuwanderung zu stellen, über den dann nach dem Punktesystem entschieden wird. Über eine EU-weite Quotenregelung könnten die zeitweilige und permanente Zuwanderung in Europa gesteuert werden. Über die Zuwanderung von Studenten sollten ausschließlich die Hochschulen entscheiden. Wenn sie nach Abschluss des Studiums ein Arbeitsangebot erhalten, sollten sie ohne die jetzt in Deutschland bestehenden bürokratischen Hindernisse in den Arbeitsmarkt integriert werden.