Ehrenamtliches Engagement älterer Menschen in Deutschland im europäischen Mittelfeld

Pressemitteilung vom 8. März 2006

Beim ehrenamtlichen Engagement älterer Bürger gibt es erhebliche regionale Unterschiede in Europa. Deutschland liegt dabei im europäischen Mittelfeld - sowohl beim Anteil ehrenamtlich aktiver Bürger als auch bei der Häufigkeit des Engagements. Dies zeigt der Wochenbericht 10/2006 des DIW Berlin. Im Zuge der Alterung der europäischen Bevölkerungen wird ehrenamtliches Engagement als ein wichtiger Faktor für die Flexibilität der Gesellschaft angesehen. Am unteren Ende liegen derzeit die Mittelmeerländer, während in den skandinavischen Ländern und in den Niederlanden das Engagement am höchsten ist. Die erheblichen Abweichungen weisen auf ein bisher ungenutztes produktives Potential in Teilen der älteren Bevölkerung hin, das im Zuge der demographischen Entwicklung gezielt aktiviert werden könnte.
Mit nur zwei bis drei Prozent der Befragten ist die ehrenamtliche Beteiligung Älterer in Griechenland und Spanien am geringsten. Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz weisen einen Anteil von 9 bis 14 % Freiwilligen auf. Schweden und Dänemark mit jeweils 17 % sowie die Niederlande mit über 20 % sind durch die höchsten Quoten bei den ehramtlich aktiven Älteren gekennzeichnet. Durchschnittlich sind in den untersuchten Ländern 10 % der über Fünfzigjährigen ehrenamtlich aktiv, wobei dies auf Personen mit einem höheren Bildungsstand häufiger zutrifft als auf solche mit geringerer Bildung. Alter und Gesundheit spielen eine große Rolle. So sinkt bei über Fünfundsiebzigjährigen die Quote des Engagements überall um mindestens ein Drittel. Tendenziell ist ehrenamtliches Engagement in jenen Ländern stärker verbreitet, wo das Ehrenamt primär im Kultur- und Freizeitbereich angesiedelt ist. Eine geringere Beteiligung kann hingegen dort beobachtet werden, wo die Dienstleistungsfunktion, etwa im sozialen Bereich, im Vordergrund steht.
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