Die wirtschaftliche Lage Bildender Künstler in Berlin ist zumeist extrem angespannt, viele von ihnen agieren am wirtschaftlichen Existenzminimum. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 22/2006 und schlägt vor, die Region zu einem Magnet für die internationale Kunst- und Kulturszene weiterzuentwickeln. Ansatzpunkte für die Förderung der Kunst in Berlin könnten u.a. die Promotion neuer Ausstellungsformate, die Gründung einer Berliner Kuratorenschule und die Nutzung leerstehender Immobilien für Ateliers sein. Durch derartige Umstrukturierungen kann der Standort Berlin an Attraktivität gewinnen, was wiederum positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt hat.
Die Zahl der umsatzsteuerpflichtigen Bildenden Künstler in Berlin stieg von 2001 bis 2003 um 6,6 % (Bund: minus 8,7 %), ihre Umsätze nahmen im selben Zeitraum um 5,4 % zu (Bund: minus 12,7 %). Die Zahl der Berliner Unternehmen in diesem Bereich mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wuchs im gleichen Zeitraum um 25,8 % (Bund: 1,0 %), die Zahl der bei ihnen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm um 31,0% zu (Bund: minus 7,5 %). Selbst wenn die statistisch erfassten Bildenden Künstler nur einen geringen Teil der tatsächlich selbständig tätigen Bildenden Künstler darstellen dürften, lassen diese Zahlen eine zunehmende Konzentration der Bildenden Künstler in Berlin vermuten und unterstreichen die Bedeutung Berlins als Kunst- und Kulturmetropole. Der überwiegende Teil (90 %) der befragten Künstler verdient bis zu 18 000 Euro im Jahr, davon bis zu 11 000 Euro aus künstlerischer Tätigkeit. Nur 35 % der Befragten leben ausschließlich von ihrer künstlerischen Tätigkeit, die Mehrheit erzielt Nebeneinkünfte aus verschiedenen Quellen. Lediglich ein Drittel ist in der Lage, adäquate Arbeitsräume zu finanzieren, wobei die wenigsten (3%) die marktübliche Miete für ein Atelier bezahlen können.