Wirtschaftskrise gefährdet Innovationsfinanzierung

Pressemitteilung vom 4. November 2009

DIW Berlin schlägt steuerliche Förderung für Forschung und Entwicklung vor

Die Finanzierung von Innovationen wird durch die Wirtschafts- und Finanzkrise noch schwieriger werden. Ursachen sind schärfere Finanzierungskonditionen für etablierte Unternehmen und die Erhöhung der Risikoprämien auf breiter Front. „Wenn die Politik jetzt nicht entgegensteuert, drohen die Investitionen in innovative Projekte zurückzufallen, mit allen Konsequenzen für den
Forschungsstandort Deutschland“, sagte DIW-Experte Rolf Ketzler. Bereits jetzt hinkt Deutschland im internationalen Vergleich insbesondere bei der Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen hinterher. Zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen schlägt das DIW Berlin in einer aktuellen Studie die forcierte Sanierung des Bankensektors, eine gezielte Wagniskapital-Förderung und bessere Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital vor.

Markt für Fremdfinanzierung schwächelt

Erfahrungen aus vergangenen Wirtschaftskrisen lassen Rückschlüsse auf das Innovationsverhalten der Unternehmen zu. Im konjunkturellen Abschwung sind die eigenen Innovationsbudgets - die traditionelle Finanzierung der großen Unternehmen - deutlich zurückgegangen. Viele Unternehmen verschieben deshalb ihre Forschungsvorhaben oder verzichten ganz auf Innovationen. Kleinere und mittlere Unternehmen haben oft kein eigenes Forschungsbudget und sind für ihre Innovationen auf Fremdkapital angewiesen. Der Markt für Venture Capital (Wagniskapital) ist seit dem Platzen der New Economy Blase 2001 jedoch nachhaltig geschwächt und wird sich ohne gezielte Förderung nicht erholen. Die globale Rezession hat auch den Markt für Private Equity (privates Beteiligungskapital) stark getroffen.

Die Konjunkturpakete I und II umfassen zwar auch einige Maßnahmen im Bereich Forschung und Innovation. Diese sind jedoch zu einseitig auf Umweltaspekte ausgerichtet. Andere wichtige Zukunftsfelder werden vernachlässigt. "Forschung und Entwicklung sollten steuerlich gefördert werden“, sagte Ketzler. „Und ganz konkret sollte die Begrenzung des Verlustübertrags bei Unternehmensverkäufen gelockert werden. Dies würde besonders jungen, innovativen Unternehmen helfen."

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