Pressemitteilung vom 9. Dezember 2010
Der Begriff räumliche Segregation beschreibt das Phänomen, dass einzelne Bevölkerungsgruppen sich in bestimmten Stadtteilen konzentrieren. Die Anteile der Personen, die in räumlicher Segregation leben, sind bei den einzelnen Migrantengruppen sehr verschieden. So lebt jeder vierte türkische Migrant in einer Nachbarschaft mit stark überdurchschnittlichem Anteil an türkischen Migranten, und jeder fünfte Migrant aus Osteuropa ist ebenfalls von überdurchschnittlich vielen Personen aus osteuropäischen Ländern umgeben. Hingegen trifft dies nur auf jeden vierzehnten Migranten aus Westeuropa – mit Ausnahme von Italien – zu.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese unterschiedliche räumliche Segregation auf die starken Unterschiede in der sozialen Stellung der Migrantengruppen zurückzuführen ist“, so Lutz Sager. „Migranten aus nichtwestlichen Ländern können es sich schlicht nicht leisten, in bestimmten „besseren“ Wohngegenden zu leben.“ Denn sie schneiden in fast allen Bereichen tendenziell schlechter ab als solche aus westlichen Ländern: Sie verfügen über ein deutlich niedrigeres Einkommen, sind häufiger arbeitslos, seltener privat versichert und haben einen niedrigeren Bildungsabschluss. Und ein entscheidender Punkt ist schließlich der Gebrauch der deutschen Sprache: Nur knapp jeder dritte türkische Migrant spricht zu Hause ausschließlich oder überwiegend deutsch.