Bericht vom 2. Februar 2011
Rückenstärkung für das SOEP: Der Wissenschaftsrat will auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften die Forschungsinfrastruktur stärken. Dies hat er auf seiner Wintertagung Ende Januar beschlossen. Das aktuelle Votum das Wissenschaftsrates bedeutet eine grundsätzliche und strategische Anerkennung der wissenschaftlichen Bedeutung dieser Infrastruktur.
Als Forschungs-Infrastruktur gelten unter anderem Langzeiterhebungen wie das im DIW Berlin angesiedelte Sozio-oekonomische Panel (SOEP): Viele wissenschaftliche Arbeiten wären ohne diese empirische Basis nicht denkbar. „Das SOEP kann der Wissenschaft nur dann dienen, wenn es selbst von der Wissenschaft getrieben und getragen ist“, sagt Jürgen Schupp, Stellvertretender Leiter des SOEP „Die Empfehlung des Wissenschaftsrats ist deshalb für das DIW Berlin ein wichtiges Signal.“
„Hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems ist es aus Sicht des Wissenschaftsrats notwendig, der an wissenschaftspolitischer Bedeutung zunehmenden Infrastrukturentwicklung für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland mehr Aufmerksamkeit zu widmen“, erklärte der Wissenschaftsrat. Die Entwicklung der Forschungsinfrastrukturen der quantitativen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bewertete er bereits jetzt positiv.
2009 hatte der Wissenschaftsrat das SOEP begutachtet und als eine der weltweit wichtigsten Forschungsinfrastrukturen im Bereich der Sozial-, Verhalten- und Wirtschaftswissenschaften gewürdigt.
Das SOEP ist eine seit 1984 laufende wiederholte Befragung von inzwischen etwa 20.000 Erwachsenen, die in ungefähr 10.000 Haushalten mit etwa 5.000 Kindern leben. Bis heute sind mehr als 5000 Veröffentlichungen auf Basis dieser Daten erschienen. Um die Aussagekraft der Daten noch weiter zu erhöhen wird die Zahl der Befragten, auf Empfehlung des Wissenschaftsrates, derzeit ausgebaut.