Pressemitteilung vom 21. Dezember 2011
Die Autoren zeigen auf Basis repräsentativer Umfragedaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), dass 2010 jeder Zehnte der von Zusatzbeiträgen Betroffenen daraufhin die Krankenkasse gewechselt hat. Damit habe sich die Wechselbereitschaft verdoppelt im Vergleich zu der Zeit vor der Gesundheitsreform. Außerdem zeigen die Autoren, dass die DAK und die KKH-Allianz, zwei große Ersatzkassen mit Zusatzbeiträgen, im Vergleich zu anderen Ersatzkassen 7,5 Prozent ihrer Versicherten aufgrund der höheren Versicherungspreise verloren haben.
„2008 zahlte der Durchschnittsverdiener bei der teuersten gesetzlichen Kasse 50 Euro pro Monat mehr als bei der günstigsten. 2011 hat sich dieser Unterschied auf 20 Euro verringert“, so Ziebarth. Für das Jahr 2012 wird der Preiswettbewerb aber voraussichtlich gestoppt: Der Gesundheitsfonds ist üppig gefüllt und die Gesamtausgaben der Krankenkassen werden zu 100 Prozent gedeckt. Fast alle gesetzlichen Kassen kommen deshalb ohne Zusatzbeiträge aus. Ab 2013 könnte sich das infolge steigender Gesundheitsausgaben zwar wieder ändern. Doch darauf sollte sich die Politik nicht verlassen, sondern den Wettbewerb mit neuen Anreizen stärken, schlagen die Ökonomen vor. Würde der Gesundheitsfonds den Kassen nur 95 statt 100 Prozent ihrer Gesamtausgaben erstatten, so entspräche dies beispielhaft für das Jahr 2012 einer Finanzierungslücke von monatlich 15 Euro pro Kassenmitglied. Um dafür keine Zusatzbeiträge erheben zu müssen, wären die Versicherer zu Effizienzsteigerungen, beispielsweise durch Fusionen, gezwungen.