Brandenburg: Entwicklung stark an Berlin gekoppelt

Pressemitteilung vom 20. Januar 2012

DIW-Ökonom an Gutachten zur Wirtschaftspolitik Brandenburgs beteiligt

Der DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke hat gemeinsam mit anderen Ökonomen die Auswirkungen der brandenburgischen Wirtschaftspolitik seit 1990 auf Arbeitsmarkt, Einkommen und Produktion untersucht. Der Versuch, zunächst industrielle Kerne zu sichern und später Unternehmen neu anzusiedeln und regionale Wachstumskerne zu schaffen, sei nur zum Teil erfolgreich gewesen, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Gutachten. Die Wertschöpfung der brandenburgischen Unternehmen sei zwar deutlich kräftiger gestiegen als im Schnitt der neuen Bundesländer, die Arbeitsproduktivität aber deutlich langsamer gewachsen.

Die Einkommen haben sich in Brandenburg besser entwickelt als in den übrigen ostdeutschen Ländern, vergleichsweise wenige Menschen sind auf soziale Transfers angewiesen. Das hängt vor allem mit Berlin zusammen – ein Sechstel des Einkommens Brandenburgs entsteht durch die Pendler. Der Einkommensrückstand zu den alten Bundesländern sei allerdings noch sehr groß und in den vergangenen Jahren nur noch wenig geschrumpft. Das Konzept, das Land bei den Einwohnern,  der Beschäftigung und der Einkommen auch in berlinfernen Regionen Brandenburgs zu stärken, bezeichnen die Wissenschaftler als nicht erfolgreich. Die regionalen Unterschiede sind seit der Wende deutlich gewachsen. Das Gutachten im Auftrag der Enquetekommission des Landtages zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte wurde heute in diesem Gremium diskutiert. Neben Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) haben auch Udo Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle und Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut Dresden an dem Gutachten mitgewirkt.

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