Pressemitteilung vom 7. März 2012
Dagegen beschäftigen nur 11 Prozent der Männer in höheren Positionen Haushaltshilfen und damit in weit geringerem Ausmaß als Frauen in vergleichbaren Positionen, obwohl sie häufiger und im Durchschnitt mehr Kinder haben. „Viele Frauen halten auch heute noch ihren Männern den Rücken frei, damit sie Karriere machen und ein gutes Einkommen erzielen können, umgekehrt ist dies kaum der Fall“ erklärt Elke Holst. Hintergrund ist die traditionelle Aufgabenteilung im Haushalt, wonach der Frau die Verantwortung für die unbezahlte Haus- und Familienarbeit und dem Mann die Verantwortung für die bezahlte Arbeit und damit das Haushaltseinkommen zugeschrieben wird. Obwohl heute die meisten Frauen erwerbstätig sind und viele von ihnen hochqualifizierten Tätigkeiten nachgehen, wirken die traditionellen Muster noch fort: „Zum Nachteil von Frauen“, so Elke Holst, „denn an sie werden selbst in Vollzeitjobs deutlich höhere Ansprüche zur Vereinbarung von Beruf, Haushalt und Familie gestellt als an Männer“. Haushaltshilfen können diesen Erwartungen nur teilweise gerecht werden. Mehr Engagement der Männer in Haushalt und Familie ist daher notwendig und trägt auch zu mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt bei.
Definitionen
Die Angaben basieren auf Berechnungen mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP). Abhängig Beschäftigte umfassen Angestellte, Arbeiter/-innen und Beamt/-innen ab 18 Jahre. Als Beschäftigte in höheren Positionen zählen Beamt/-innen im höheren Dienst, Angestellte in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst in Funktionen mit umfassenden Führungsaufgaben (zum Beispiel Direktorinnen/Direktoren, Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer und Vorstände größerer Betriebe und Verbände), sonstigen Leitungsfunktionen oder hochqualifizierten Tätigkeiten (zum Beispiel Abteilungsleiterinnen / Abteilungsleiter, wissenschaftliche Angestellte, Ingenieurinnen/Ingenieure).