Solarenergie im Tal der Tränen: schnelle Lösungen gefragt. Kommentar von Claudia Kemfert

Kommentar vom 23. Mai 2012

Immer häufiger berichten derzeit die Medien über bevorstehende oder bereits beschlossene Insolvenzen in der Solarwirtschaft. Ist die Solarbranche in Deutschland am Ende? Hat sie sich nicht rechtzeitig auf Änderungen eingestellt? Sehen wir gar den Scherbenhaufen einer verfehlten Industriepolitik, wie manche Kritiker nun lautstark vermelden?

Nun, die Schwierigkeiten beruhen im Wesentlichen auf zwei
Ursachen:

  1. Die Produktionskosten haben sich in den letzten Jahren massiv vermindert. Insbesondere der stark zunehmende Wettbewerb aus Asien drückt die Kosten massiv nach unten.
  2. Die Nachfrage insbesondere in Deutschland hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Die Vergütungssätze aus der Förderung erneuerbarer Energien waren und sind noch immer hoch, auch wenn sie in der Vergangenheit sukzessive gesunken sind.

Durch die vergleichsweise hohen Vergütungen und niedrigen Kosten ist die Nachfrage nach Photovoltaik nochmals deutlich gestiegen. Die Branche konnte zwar von den Entwicklungen profitieren, gleichzeitig sind jedoch auch Überkapazitäten entstanden. Aufgrund der stark gesunkenen Kosten und um den Strompreis nicht weiter steigen zu lassen, hat die Bundesregierung völlig zu Recht beschlossen, die Vergütungssätze rasch und deutlich zu vermindern. Zwar ist sie in mancher Hinsicht mit den sehr drastischen und kurzfristigen sowie vor allem teilweise überverhältnismäßigen Kürzungen über das Ziel hinaus geschossen. Insgesamt macht die Absenkung der Vergütungskürzung jedoch Sinn. Leider konnten sich bis heute die Länder und der Bund nicht auf eine rasche Anpassung einigen.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 21/2012 (PDF, 129.1 KB)

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