Pressemitteilung vom 25. Juli 2012
Jugendliche in Europa nehmen mehr und länger an der schulischen oder universitären Ausbildung teil. Nur ein Drittel befindet sich auf dem regulären Arbeitsmarkt und ist nicht in einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung. „Generell gibt es in der EU die Tendenz, mehr und länger an der Schule oder der Universität zu bleiben“, sagt Brenke. Allerdings steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt dadurch nur bedingt: „Auch wenn eine Ausbildung vorliegt, weisen Jugendliche in fast allen Staaten eine viel höhere Arbeitslosigkeit auf als Erwachsene“, sagt der DIW-Arbeitsmarktökonom Karl Brenke. „In Ländern allerdings, in denen wie in Deutschland viel betrieblich ausgebildet wird, sind die Arbeitsmarktchancen der Jugendlichen spürbar besser als in Staaten, die vor allem auf eine schulische Qualifizierung setzen“, sagt Brenke. „Offensichtlich haben qualifizierte Jugendlichen wegen fehlender Berufserfahrung und mangelnder Praxisnähe schlechtere Beschäftigungschancen als Erwachsene“, sagt Brenke.
„Deutschland ist eine Ausnahme in Europa, qualifizierte Jugendliche sind hier nicht benachteiligt gegenüber Erwachsenen. Hierzulande ist die höhere Jugendarbeitslosigkeit allein darauf zurückzuführen, dass unter den Arbeitslosen im jungen Alter ein höherer Anteil keine Ausbildung hat als unter den erwachsenen Arbeitslosen.“ In Deutschland ist der Arbeitsmarkt für Jugendliche am offensten, am stärksten im Nachteil sind sie dagegen in Italien sowie Schweden, Rumänien und Großbritannien.