Neue SOEP-Studie: 40-50jährige schlafen am kürzesten

Pressemitteilung vom 31. Oktober 2012

40 bis 50jährige Menschen in Deutschland berichten, dass sie wochentags durchschnittlich nur etwas mehr als sechseinhalb Stunden schlafen. Dagegen schlafen junge und jüngere Erwachsene und Menschen über 60 Jahre im Durchschnitt fast eine Dreiviertelstunde länger, d.h. etwas mehr als sieben Stunden. Diese Ergebnisse haben Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung anhand der deutschlandweiten Befragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) herausgefunden.
Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP ist am DIW Berlin angesiedelt und wird als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft von Bund und Ländern gefördert. Für das SOEP werden jedes Jahr mehr als 20.000 Menschen in rund 11.000 Haushalten vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung befragt. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.
Die Studie wurde jetzt online in der international angesehenen Fachzeitschrift PLoS ONE (Public Library of Science) veröffentlicht. DIW-Autor Gert G. Wagner: „In dieser Grundlagenstudie können wir zeigen, dass die Befragungsdaten aus dem SOEP mit den Daten von Bewegungssensoren, die ausgewählte Studienteilnehmer trugen, gut übereinstimmen“. Diese Bewegungssensoren, die nicht nur in Schlaflaboren, sondern im Alltag 24 Stunden lang getragen werden können, geben methodisch zuverlässig Auskunft über die Schlafdauer, die Schlafposition und in einem gewissen Rahmen über die Schlafqualität von Personen. Die Zeitschrift, PLoS ONE ist spezialisert auf Naturwissenschaften und Medizin. „Unsere Veröffentlichung unterstreicht, dass die multidisziplinäre Forschung eine der Stärken des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist und dass wir auch Grundlagenforschung betreiben,“ sagt Wagner. „Die Bedeutung des Schlafes für Wohlbefinden und Erfolg wird bisher in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften stark unterschätzt. Mit Hilfe der SOEP-Daten werden wir vertiefte Analysen vorlegen.“
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