Das Ende der DSL-Flatrate führt zum Ende der Cloud: Kommentar von Georg Erber

Kommentar vom 8. Mai 2013

Offensichtlich hat die Deutsche Telekom, folgt man Presseberichten, bereits am 2. Mai dieses Jahres die DSL-Flatrate  bei Neuverträgen beendet. Wie beim Mobilfunk will man das Datenvolumen nach oben hin begrenzen. So sollen die künftigen Festnetz-Obergrenzen im Einzelnen bei Datenraten bis zu 16 Megabits pro Sekunde, dem derzeit  häufigsten Flatrate-Vertragstypus, auf 75 Gigabyte begrenzt werden. Nach Überschreiten dieses Datenvolumens  wird die Übertragungsrate abgebremst, sie beträgt nur  noch 2,4 Prozent der vorherigen Datenrate. Der Nutzer, der auf diese Grenze trifft, wird es wie den Aufprall eines  Autos auf eine Betonmauer empfinden und weitgehend auf  eine normale Nutzung seines DSL-Anschlusses verzichten müssen. Dieses Tarifmodell soll dann spätestens nach 2016 auch auf alle Altverträge bei einer technischen Umstellung  auf All-IP, das heißt dem Ende der klassischen Analog- und  ISDN-Telefonverbindungen, angewendet werden. Wer mehr  Datenvolumen benötigt, muss nach Logik der Deutschen  Telekom mehr dazu kaufen und entsprechend mehr dafür  zahlen. Eigentlich dürften diese Tarifmodelle nicht mehr als Flatrate vermarktet werden, dies ist letztendlich irreführende Werbung. Es sind eben jetzt Stufentarife mit Volumenbegrenzung bei zweierlei Übertragungsraten.

Der vollständige Kommentar im DIW Wochenbericht 19/2013 (PDF, 78.86 KB)

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