Deutsche Betreuungspolitik: Zick-Zack-Kurs mit Schleudergefahr. Kommentar von C. Katharina Spieß

Kommentar vom 7. August 2013

Nun haben Eltern also die Wahl: Seit 1. August können sie  entscheiden, ob sie ihre Kinder nach Vollendung des ersten  Lebensjahres in eine Kindertagesstätte schicken – worauf  sie fortan einen gesetzlichen Anspruch haben – oder ob sie  Betreuungsgeld beziehen, sofern sie keine öffentlich finanzierte Kindertagesbetreuung nutzen. Oder sie entscheiden  sich, keines von beidem zu tun.  Insbesondere über das Betreuungsgeld wurde im Vorfeld  der Einführung heftig diskutiert, auch im Wahlkampf ist es  wieder ein Thema. Die Politik will damit die Wahlfreiheit  fördern – ein neues Ziel der deutschen Familienpolitik, das  allerdings nicht wirklich klar zu fassen ist. Vielmehr ist völlig unklar, welche Linie die deutsche Betreuungspolitik nun  eigentlich verfolgt. Einerseits will sie die Kindertagesbetreuung ausbauen, und zwar nicht nur quantitativ, sondern – so  zumindest die geäußerte Absicht – auch die pädagogische  Qualität. Dies ist sehr bedeutend für Kinder, deren Familien  und auch die deutsche Gesellschaft. Denn nicht nur die  Pädagogik und andere Sozialwissenschaften, sondern  auch die Bildungsökonomie wissen um die potentiell hohe  Rendite einer qualitativ guten frühen Förderung in einer  Kindertagesbetreuung. Zudem ermöglicht sie es den Eltern,  Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 32/2013 (PDF, 104.86 KB)