Bericht vom 28. Februar 2014
Zum ersten Mal wurde der Deutsche Infografik Preis verliehen. Die feierliche Preisvergabe fand Ende Februar im MetaHaus in Berlin statt. Der Preis geht auf eine Initiative des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und seiner Partner aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft zurück. Er soll das Medium Infografik als neue Möglichkeit der Wissensaufbereitung und –vermittlung noch stärker im öffentlichen Bewusstsein verankern. Infografiken verleihen Informationen mehr Gewicht und gelten als innovative Antwort auf immer größer werdende Datenmengen.
Der Videobeitrag zur Preisverleihung steht in der Mediathek des DIW Berlin zur Verfügung.
„Mit dem neuen Infografik Preis agiert das DIW Berlin an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. Der Preis bietet eine Plattform für hervorragende Netzwerkarbeit weit über die Kernzielgruppe hinaus“, sagte Arne Brekenfeld, Gastgeber und CEO der renommierten Branding- und Designagentur MetaDesign AG. Das MetaHaus, ein ehemaliges Um- und Abspannwerk, das zu einem modernen Designzentrum umgebaut wurde und MetaDesign als Firmensitz dient, bildete den festlichen Rahmen für die Preisverleihung. Brekenfeld verwies auf die lange Tradition, die Informationssammlung und –aufbereitung im Institut haben. Mit der Langzeiterhebung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) erfasst das DIW Berlin seit 30 Jahren Daten in der breiten Bevölkerung.
„Bei Infografiken geht es um mehr als farbige Torten- und Balkendiagramme“, sagte DIW-Vorstandsmitglied Gerd G. Wagner und betonte, dass bei einer guten Infografik Information und intensive Recherche im Vordergrund stehen. Für das DIW Berlin sei es von großer Bedeutung, eine unabhängige, mit anerkannten Experten besetzte Jury zu finden.
Anschließend umriss Geoff McGhee die Entwicklung des Genres Infografik von den Anfängen bis zu den neuesten Trends in Medien und Wissenschaft. McGhee arbeitete lange für die New York Times und gilt als führender Spezialist für die Visualisierung von Daten. „Große Datenmengen und deren Darstellung ändert die Art der Berichterstattung von Nachrichten“, sagte er. Derzeit vollziehe sich ein Paradigmenwechsel bei der Online-Präsentation von Informationen.
Die zur Rede von McGhee gehörende visuelle Präsentation steht zur Verfügung.
„Der Deutsche Infografik Preis kommt zur richtigen Zeit“, sagte der Jury-Vorsitzende Jan Schwochow. Er ist Inhaber und kreativer Kopf der Berliner Agentur Golden Section Graphics. „Der Jury ging es vor allem um die Qualität der Recherche und die Umsetzung des Inhalts.“ Von rund 300 eingereichten Arbeiten seien mehr als die Hälfte von sehr hoher Qualität gewesen.
Die Jury kürte vier Preisträger in den Kategorien Wissenschaft, Medien und Independent. Zusätzlich vergab sie einen Preis für herausragende Rechercheleistungen. Die Preisträger und ihre Arbeit wurden jeweils in einem Video vorgestellt, das ein Team der Mediadesign Hochschule Berlin produziert hatte.
Die Preisträger in der Kategorie Wissenschaft sind Dr. Jan Arpe (Bertelsmann Stiftung) mit seiner Arbeit „GED VIZ - Globalisierung verstehen und vermitteln“ und Michael Stünzi (Zürich) mit seinem Film „Unterwasserlärm“. In der Kategorie Medien erhielt Paul Blickle (Zeit Online) einen Preis für seine Infografik „Arbeitslosigkeit: Wo das Jobwunder stattfindet — und wo nicht“. In der Kategorie Independent wurde Nayeli Zimmermann (SV Associates) für ihre Arbeit „Das Geld liegt auf der Straße“ ausgezeichnet. Der Recherchepreis ging an David Gärtner (Hochschule Augsburg) für seine Arbeit „Resolution 181 – Ein Konflikt und seine Geschichte“.