Verstärkte FuE-Anstrengungen in Deutschland erforderlich

DIW Wochenbericht 7 / 2000, S. 87-94

Alfred Haid

get_appGesamtausgabe/ Whole Issue (PDF  4.56 MB)

Abstract

Nach einem kräftigen Wachstum in den 80er Jahren stagnierten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) sowohl in der EU als auch in der OECD. Neben Deutschland verzeichneten auch andere europäische Länder und sogar die USA eine nachlassende FuE-Neigung, nirgends war dieser Trend aber - von Italien einmal abgesehen - so ausgeprägt wie in Deutschland, das zu Beginn der 80er Jahre innerhalb der OECD noch eine Spitzenposition inne hatte. Dies lässt sich nicht als bloßer Vereinigungseffekt abtun, da die Rückführung der FuE-Kapazitäten in der westdeutschen Wirtschaft schon einige Jahre vor 1990 begonnen hatte. Der internationale Technologiewettbewerb ist vielschichtiger geworden: Kleinere Länder wie Schweden, Finnland und Südkorea steigerten ihre Ausgaben für FuE im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt in den 90er Jahren und nehmen mit ihrer FuE-Quote nun einen Spitzenplatz ein. Dabei spezialisieren sich diese Länder auf besonders dynamische Märkte. Mittlerweile scheint der rückläufige FuE-Trend in Deutschland zwar gestoppt; seit 1995 sind wieder Zuwächse bei den FuE-Ausgaben und beim FuE-Personal zu verzeichnen. Um den verlorenen Boden wieder gutzumachen, müssen die FuE-Anstrengungen aber weiter verstärkt werden.


Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

keyboard_arrow_up