DIW Wochenbericht 7 / 2000, S. 95-101
Michael Müller
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Den Umweltproblemen der Staaten Ost- und Mitteleuropas sowie der Nachfolgestaaten der Sowjetunion muss innerhalb der Transformationsforschung angesichts des Ausmaßes der dortigen Umweltbelastung eine größere Beachtung geschenkt werden. Die Umweltschäden in den ehemaligen sozialistischen Ländern sind vorwiegend das Ergebnis einer Vernachlässigung von Umweltaspekten innerhalb der Planungsprozesse sowie stark verzerrter Preise, die einem verschwenderischen Umgang mit Ressourcen Vorschub leisteten. Mittlerweile kommen "moderne" Umweltprobleme wie die zunehmende Belastung durch privaten Verkehr oder Hausmüll dazu. Unter den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion ist Kasachstan eines der Länder mit den größten Umweltproblemen. Bei der Arbeitsteilung zwischen den sozialistischen Staaten kam diesem Land die Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten zu. Eine Wirtschaftsstruktur, die vorwiegend auf Rohstoffförderung und -verarbeitung beruht, und eine überdimensionierte Schwerindustrie waren die Folgen. Zusätzlich war das große und dünn besiedelte Land der zentrale Standort für nukleare und biologische Waffentests. Es ist nicht zu übersehen, dass die ökologischen Probleme ein nicht zu unterschätzendes Hemmnis für die Entwicklung des Landes darstellen.
Themen: Umweltmärkte
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