DIW Wochenbericht 39 / 2001, S. 599-605
Hans J. Baumgartner, Bernhard Seidel
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Die Bedeutung der Wissenschaft und Forschung für Berlin ist enorm: Zum einen unterstützt die Wissenschaft den Wandel der Berliner Wirtschaft hin zu hochwertigen wissensintensiven Dienstleistung. Zum anderen muss die Stadt dafür nur einen Teil der finanziellen Lasten tragen - profitiert davon aber überproportional. Denn jede vom Berliner Senat ausgegebene Mark für die Wissenschaft erzeugt eine dreimal so hohe Nachfrage. Eine Untersuchung des DIW Berlin ergab, dass die Ausgaben vom Berliner Senat geförderten Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen im Jahr 2000 eine regionale Nachfrage von 6,8 Mrd. DM erzeugten; das entsprach 4,4 % des Bruttoinlandsprodukts von Berlin. Dem standen rund 2,2 Mrd. DM an Ausgaben der Stadt für die wissenschaftlichen Einrichtungen gegenüber. Die Hochschulen bringen Berlin vor allem infolge der studentischen Ausgaben viel zusätzliche Nachfrage. Bei den außeruniversitären Instituten dagegen spielen zusätzliche Finanzierungsquellen eine große Rolle. Durch die Kofinanzierung des Bundes und durch eingeworbene Drittmittel wird aus 1 DM aus den Berliner Haushalten eine in Berlin wirksame Nachfrage von rund 3,80 DM. Angesicht der Finanzknappheit in der Stadt ist nicht auszuschließen, dass entgegen den politischen Beteuerungen auch bei der Berliner Wissenschaft und Forschung gespart wird. Damit ist aber auch die Gefahr verbunden, dass Berlin mit jeder gesparten Mark ein Mehrfaches an Nachfrage verloren geht.
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