DIW Wochenbericht 12 / 2002, S. 197-204
Gustav A. Horn, Ulrich Fritsche
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Mit der Freigabe des Wechselkurses für den Peso hat Argentinien einen grundlegenden Kurswechsel in seiner Währungspolitik vollzogen. Die feste Bindung der Währung an den US-Dollar über ein "Currency Board" hatte das Land in eine tiefe Krise geführt. Zwar war es gelungen, die dramatischen Inflationstendenzen zu Beginn der 90er Jahre zu durchbrechen. Die Wirtschaftspolitik hatte aber keinen Spielraum, die hiermit verbundene deflationäre Entwicklung zu verhindern. Als der US-Dollar Mitte der 90er Jahre deutlich aufwertete, führte dies dazu, dass sich die Deflationstendenz verfestigte, und Argentinien geriet - bei stetig steigender Auslandsverschuldung - in eine bis zuletzt anhaltende Depression. Sinnvoller wäre es gewesen, von vornherein eine Wechselkursbindung mit den wichtigsten Handelspartnern anzustreben. Doch dieser Weg steht Argentinien auch nun, nach dem Scheitern seiner bisherigen Währungspolitik, noch offen.
Themen: Konjunktur
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151128
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