EU-Osterweiterung: klare Herausforderungen, unberechtigte Ängste

DIW Wochenbericht 17 / 2004, S. 213-222

Tilman Brück, Herbert Brücker, Hella Engerer, Christian von Hirschhausen, Mechthild Schrooten, Dieter Schumacher, Ulrich Thießen, Harald Trabold

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Abstract

Zum 1. Mai 2004 werden zehn weitere Volkswirtschaften der Europäischen Union beitreten. In den Verträgen ist die künftige Einführung des Euro vorgesehen, wenngleich hier kein genauer Terminplan besteht. Acht der Beitrittsländer liegen in Mittel- und Osteuropa: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ungarn und Slowenien. Sie haben nach der politischen Wende eine tiefgreifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation durchlaufen. Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Dynamik in den Beitrittsländern seit längerem über der in der EU liegt, ist der Einkommensabstand noch erheblich. Vom Beitritt werden kräftige Impulse für den Aufholprozess erwartet. Er wird allerdings auch von einem beschleunigten Strukturwandel begleitet sein. Demgegenüber ist der Anpassungsbedarf, aber auch das Wachstumspotential in der heutigen EU relativ gering. Ein Anpassungsdruck entstünde erst dann, wenn die Erweiterung der Gemeinschaft die Preise auf den Güter- und Faktormärkten merklich beeinflussen sollte. Die Beitrittsländer sind aber aus ökonomischer Perspektive kleine Länder - ihre gesamtwirtschaftliche Leistung beträgt in Relation zum Sozialprodukt der EU-15 nur 5 %. Deshalb werden sich die Änderungen der relativen Preise in Grenzen halten. Ängste, dass die Osterweiterung zu deutlichen Arbeitsplatzverlusten in der EU-15 führen wird, sind deshalb unberechtigt.

Hella Engerer

Wissenschaftlerin Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt

Themen: Europa


Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151294


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