Vermögensteuer: erhebliches Aufkommenspotential trotz erwartbarer Ausweichreaktionen

DIW Wochenbericht 42 / 2012, S. 12-17

Stefan Bach, Martin Beznoska

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Abstract

Infolge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts wird die Vermögensteuer in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben. Eine mögliche Wiederbelebung ist seitdem regelmäßig Gegenstand politischer Debatten. Mehrere Bundesländer bereiten dazu derzeit eine Bundesratsinitiative vor. Ein Basisszenario sieht eine Belastung von Privatpersonen (natürliche Personen) sowie von Kapitalgesellschaften und weiterer juristischer Personen mit einem einheitlichen Steuersatz von einem Prozent vor. Für Privatvermögen soll ein persönlicher Freibetrag von zwei Millionen Euro gewährt werden. Das DIW Berlin hat das Aufkommen einer solchen Vermögensteuer untersucht. Weil die Vermögen in Deutschland stark auf das obere Prozent der Bevölkerung konzentriert sind, ergibt sich trotz hoher persönlicher Freibeträge ein beträchtliches Einnahmepotential: Insgesamt verspricht die Vermögensteuer - unter Berücksichtigung von Anpassungs- und Ausweichreaktionen der Steuerpflichtigen - ein zusätzliches Steueraufkommen von 11,6 Milliarden Euro.

Following a Federal Constitutional Court sentence, wealth tax has not been levied in Germany since 1997. A possible revival has since regularly been the subject of political debate. Several German federal states are currently preparing to submit a bill to the Bundesrat. A basic scenario envisages individuals (natural persons), corporations, and other legal entities being taxed at a uniform rate of one percent, with a personal allowance of two million euros to be granted for private wealth. DIW Berlin has analyzed the revenue from such a wealth tax. Since wealth in Germany is highly concentrated among the top one percent of the population, the potential revenue is significant despite high personal allowances. Taking into consideration possible adjustments and avoidance by those subject to the wealth tax, it still promises additional tax revenue of 11.6 billion euros.

Stefan Bach

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat

Themen: Steuern



JEL-Classification: H24;H25;D31
Keywords: Net wealth tax, wealth distribution
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/67576