Die Preistendenz

DIW Wochenbericht 14 / 1933, S. 61-62

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Abstract

Im Verlauf der Weltwirtschaftskrise waren die Rohstoff preise an den Weltmärkten im Durchschnitt um etwa 60 v.H., die Großhandelspreise an den Binnenmärkten um etwa 30 bis 40 v.H. gesunken. Dieser Preissturz hatte gemeinsam mit der Umsatzschrumpfung dazu geführt, daß die Schulden, die zur Zeit hoher Preise und hoher Erlöse der Betriebe aufgenommen worden waren, immer drückender wurden. Auf die Tagesordnung der Weltwirtschaftskonferenz war daher die »Hebung der Preise« als eines der Mittel zur Lösung der Krise gesetzt worden. Inzwischen hat sich - unabhängig von den Verhandlungen auf der Londoner Konferenz - auf vielen Märkten eine leichte Preissteigerung durchgesetzt. Sie ist freilich im Vergleich mit dem vorangegangenen Preissturz noch so gering, daß schon kleine Rückschläge die beginnende Erholung wieder zunichte machen können. Anderseits beweisen die Vorgänge auf den Warenmärkten der Welt, nicht zuletzt aber auch auf dem deutschen Binnenmarkt, daß die Entwicklung bereits weit genug fortgeschritten ist, um einer allmählichen Lösung des Preisproblems Raum zu lassen.


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