Die Versorgung der Weltwirtschaft mit Gold hat einen Rekordstand erreicht. Die monetären Goldbestände der Welt gehen aber zurück. Im ersten Halbjahr 1932 dürften allein in Westeuropa für rd. 2 Mrd. .91.M Gold von privater Seite gehamstert worden sein. Die Geldkapitalien, die in früheren Jahren auf den internationalen Geldmärkten hin- und herflossen, wurden zum Teil in Gold angelegt; sie sind damit der produktiven Verwendung entzogen. Denn Gold, das für Rechnung von Privatpersonen in den Tresors von englischen, französischen und schweizerischen Privatbanken lagert, kann nicht als Kreditunterlage dienen. Goldhamsterung bedeutet - wenn man die strengen Regeln der »klassischem Goldwährung anwendet - Kreditvernichtung. Die meisten Länder der Welt sind daher nicht mehr in der Lage, ihre Währungspolitik ausschließlich am Gold zu orientieren. Wollten sie das tun, müßten sie scharfe Deflationspolitik betreiben.
Themen: Geldpolitik
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