Die Primärenergieproduktion in der Russischen Föderation sinkt seit fünf Jahren kontinuierlich. Da trotz starker wirtschaftlicher Einbrüche der Primärenergieverbrauch nur relativ langsam abnimmt, verengt sich der Spielraum für Energieexporte. Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten bei den übrigen Nachfolgestaaten der Sowjetunion bemüht sich die Russische Föderation, einen Teil ihrer Exporte in Hartwährungsländer umzulenken. Hohe und stabile Energieausfuhren; insbesondere nach Westeuropa, sind allerdings nur möglich, wenn sich die Russische Föderation mit anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion über die Aufteilung des ehemals gemeinsamen Transportsystems und über dessen künftige Nutzungsmöglichkeiten einigt. Die gegenwärtige Förderkrise scheint vor allem durch eine Energiepolitik verursacht zu werden, die die Energiewirtschaft vor die Aufgaben stellt, die Lasten des realwirtschaftlichen Anpassungsprozesses zu tragen, gleichzeitig einen hohen Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen zu leisten und überdies die Erwirtschaftung von Devisenerlösen zu gewährleisten. Mit diesen wirtschaftlichen Aufgaben, die zudem zueinander im Spannungsverhältnis stehen, ist der Energiesektor aber überfordert.
Themen: Energiewirtschaft
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