Umweltprobleme in der Ukraine

DIW Wochenbericht 27 / 1994, S. 465-472

Ulrich Weißenburger

get_appGesamtausgabe/ Whole Issue (PDF  4.42 MB)

Abstract

Die Ukraine zählt zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion mit besonders starker Umweltbelastung. Vor allem in dem industriellen Ballungsgebiet am Donez und Dnjepr sind Luft und Gewässer beträchtlich verschmutzt. Diese Industrieregion ist der Standort zahlreicher Großbetriebe des Kohle- und Erzbergbaus, der Eisen- und Stahlindustrie, der Chemieindustrie, der Metallverarbeitung und großer Kohlekraftwerke. Der Kapitalstock dieser Unternehmen ist wegen der Vernachlässigung von Ersatzinvestitionen überwiegend erneuerungsbedürftig, so daß ein erheblicher Teil der Umweltbelastung durch veraltete und stark verschlissene Anlagen mit einem hohen Rohstoff- und Energieverbrauch verursacht wird. Die Schadstoffemissionen in die Luft sind zwar wegen des Produktionsrückgangs und der zunehmenden Benzinknappheit in den letzten Jahren deutlich gesunken. Sie sind jedoch im internationalen Vergleich immer noch hoch. Nur etwa die Hälfte des reinigungsbedürftigen Abwassers wird entsprechend den in der Ukraine geltenden Grenzwerten • geklärt. Viele Grundwasservorkommen sind durch Schadstoffe kontaminiert, was vor allem auf ungesicherte Industriemülldeponien zurückzuführen ist. Etwa 10 vH der Gesamtfläche des Landes sind als Folge des Reaktorunglücks von Tschernobyl stark radioaktiv belastet.

Themen: Umweltmärkte


Die Publikation ist gemäß der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-4.0 nachnutzbar: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

keyboard_arrow_up