Referierte Aufsätze Web of Science
Diana Schacht, Cornelia Kristen, Ingrid Tucci
In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 66 (2014), 3, 445-458
Der Beitrag widmet sich der Beschreibung interethnischer Freundschaften zwischen Zuwanderern, ihren Nachkommen und der Mehrheitsbevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland. Das Augenmerk richtet sich auf die zwischen verschiedenen Migrantengruppen und Generationen bestehenden Unterschiede in den Beziehungsmustern sowie auf die Bedingungen ihrer Entstehung. Die Aufnahme interethnischer Kontakte wird mit unterschiedlichen Faktorenbündeln verknüpft: den Gelegenheitsstrukturen, den individuellen Präferenzen sowie Einflüssen der Bezugsgruppen. Anhand von Längsschnittanalysen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) lässt sich zeigen, dass interethnische Freundschaften im Generationenverlauf zunehmen. Gleichzeitig bestehen zwischen den Gruppen deutliche Differenzen. Während türkischstämmige Befragte weniger aus Deutschland stammende Freunde in ihren Netzwerken haben, ergeben sich insbesondere für Spätaussiedler aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion, aber auch für verschiedene südeuropäische Zuwanderergruppen, höhere Anteile. Diese Unterschiede stehen vor allem mit den Sprachkenntnissen und im Falle der Aussiedler zusätzlich mit einer besonderen aufnahmelandbezogenen Orientierung in Verbindung. Auch strukturelle Voraussetzungen und die soziale Einbindung spielen eine Rolle. Zieht man diese Aspekte in Betracht, so lassen sich die Ausgangsunterschiede weitgehend aufklären.
This paper examines interethnic friendships between immigrants or their descendants and the majority population in Germany. The focus is on differences in cross-ethnic contacts across immigrant groups and generations. The contribution addresses the conditions which lead to differential patterns in interethnic ties and considers arguments related to opportunities, preferences and third parties. Using the German Socio-Economic Panel Study (SOEP) the longitudinal analyses reveal increasing shares of interethnic friendships across generations. At the same time, substantive differences between immigrant groups emerge: Whereas Turks less often name German friends, resettlers from Poland and the Former Soviet Union as well as immigrants from Southern European origins, more often interact with members of the German majority. These differences are related above all to German language skills and, in the case of resettlers, also to a strong orientation towards the destination country. Structural and social conditions matter as well. When considering these aspects, the initial differences largely disappear.
Themen: Migration
Keywords: Zuwanderer, Interethnische Freundschaften, Längsschnittanalysen, Immigrants, Interethnic friendships, Longitudinal analyses
DOI:
http://dx.doi.org/10.1007/s11577-014-0280-7