Volksrepublik China auf hohem, riskanten Wachstumspfad

DIW Wochenbericht 22 / 1993, S. 308-315

Ernst Hagemann

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Abstract

Alle Indikatoren deuten darauf hin, daß die wirtschaftliche Entwicklung in der Volksrepublik China im Jahr 1992 überaus günstig war. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit 12,8 vH doppelt so kräftig wiegeplant und wesentlich schneller als im Jahr davor (7, 7 vH). Die realen Netto-Anlageinvestitionen wurden um 30 vH, der private Konsum um über 9 vH ausgeweitet. Der Verbraucherpreisanstieg konnte auf 5,4 vH begrenzt werden. Die Beschäftigung nahm stärker zu als im Jahr davor, die Arbeitslosenquote in den Städten wird mit lediglich 2,3 vH angegeben. Die Importe zogen stark an, doch auch die Ausfuhren konnten nochmals deutlich gesteigert werden. Die Arbeitsproduktivität wurde kräftig erhöht, der spezifische Energieeinsatz vermindert. Erstmalig gibt es auch Hinweise, daß sich die Situation der Staatsbetriebe verbessert hat. Im laufenden Jahr wurden die Investitionen nochmals stark ausgeweitet. Der Preisanstieg beschleunigte sich dabei und signalisiert eine Überhitzung der Konjunktur. Gesunken ist der Überschuß in der Leistungsbilanz. Die chinesische Regierung steht erneut vor dem Problem, die Wirtschaft abkühlen zu müssen, ohne das Wachstum - mit drohenden ökonomischen und politischen Konsequenzen - abzuwürgen.

Themen: Konjunktur


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