Dienstleistungsstandort Berlin

DIW Wochenbericht 9 / 1992, S. 97-103

Kurt Geppert

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Abstract

Im Jahr 1991 war rund die Hälfte aller Erwerbstätigen in Berlin im Dienstleistungssektor beschäftigt, dies gilt sowohl für den West- als auch für den Ostteil der Stadt. Der Anteil dieses Wirtschaftsbereichs an der Gesamtbeschäftigung war damit deutlich höher als in westdeutschen Ballungsgebieten. Für die einzelnen Teilsektoren fällt der Vergleich allerdings völlig unterschiedlich aus: In Berlin sind der öffentliche Dienst und die privaten Konsumdienste (z. B. Gesundheitswesen, soziale Dienste) vergleichsweise stark ausgebaut, im Bereich der produktionsorientierten Dienste (z. B. Finanzdienstleistungen, Unternehmensberatung, Ingenieurleistungen, Werbung) weist die Stadt dagegen erhebliche Defizite auf. Gerade in der Ausstattung mit solchen Dienstleistungsfunktionen spiegelt sich aber die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Regionen wider. Für Anbieter von Produktionsdiensten, die einmal selbst überregional konkurrieren, zum anderen aber auch in starkem Maße von der Struktur und Leistungsfähigkeit der übrigen regionalen Wirtschaft, insbesondere der Industrie, abhängen, bot West-Berlin vergleichsweise ungünstige Standortbedingungen. In Ost-Berlin stand das planwirtschaftliche System der Entwicklung dieser Zweige entgegen. Im folgenden werden Ergebnisse einer Untersuchung dargestellt, die sich im wesentlichen auf eine 1991 durchgeführte Unternehmensbefragung in ausgewählten Branchen des privaten Dienstleistungssektors Berlins stützt. In Anbetracht der zwischen den beiden Stadthälften bestehenden Unterschiede in der Datenlage, vor allem aber wegen der völlig verschiedenen wirtschaftlichen Situation, werden West-Berlin und Ost-Berlin getrennt behandelt.


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