Im ersten Jahr nach der Revolution vom Dezember 1989 hat sich die wirtschaftliche Lage in Rumänien weiter dramatisch verschlechtert. Das Bruttoinlandsprodukt sank 1990 im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 vH, die Industrieproduktion sogar um 20 vH. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren sind die Einfuhren aus dem Westen gestiegen. Allerdings konnte 1990 das Leistungshandelsbilanzdefizit gegenüber dem Westen von 1,7 Mrd. $noch vollständig aus den Währungsreserven finanziert werden. Nachdem sich die politische Führung in den ersten sechs Monaten nach der Revolution über ihre wirtschaftlichen Ziele sehr widersprüchlich geäußert hatte, entschloß sie sich im Sommer 1990 eindeutig zu einem radikalen Systemwechsel. Laut Regierungsprogramm soll der Übergang zur Marktwirtschaft binnen zwei Jahren realisiert werden. Die Reformgesetzgebung hat sich seit Herbst 1990 stark beschleunigt. Der ehrgeizige Zeitplan für die Umsetzung der wichtigsten Reformvorhaben konnte jedoch nicht in allen Punkten eingehalten werden. Hierzu hat beigetragen, daß ein Konsens zwischen Regierung, Opposition, Gewerkschaften und Betriebsleitungen über das Reformtempo noch immer nicht gefunden worden ist.
Themen: Konjunktur
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