DIW Wochenbericht 33 / 1986, S. 417-422
Reinhard Pohl
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Von 1980 an war der DM-Dollarkurs fast ständig gestiegen, von Mitte 1984 bis März 1985 sogar in einem Maße, das mit den verfügbaren Indikatoren für "fundamentale" Faktoren wie Preis- und Realzinsgefälle immer weniger zu erklären war. Seitdem ist der Dollarkurs jedoch beträchtlich gefallen. Mit dem Argument, der Dollar sei noch überbewertet, kann man Forderungen nach einem weiteren nennenswerten Rückgang des Dollarkurses nicht mehr überzeugend begründen. Auch die geldpolitische Situation hat sich seit Mitte vorigen Jahres erheblich geändert. Die Zinsen sanken deutlich, und die monetäre Expansion beschleunigte sich kräftig. Seit der Jahreswende bewegt sich die Zentralbankgeldmenge auf einem Pfad, der über dem von der Bundesbank gewählten Zieltrichter liegt. Auf diesen Pfad einzuschwenken, hatte das DIW schon vor einem Jahr angeregt., Auf ihm kommt man wachstumspolitischen Erfordernissen eher entgegen, ohne eine erneute Inflation befürchten zu müssen. Deshalb sollte der in den letzten Monaten gesteuerte geldpolitische Kurs beibehalten werden, auch wenn dabei die Geldmenge am Jahresende etwas über dem offiziellen Zieltrichter liegen würde.
Themen: Geldpolitik
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