Bundesrepublik Deutschland: Witterung bremst konjunkturelle Aufwärtsbewegung

DIW Wochenbericht 12 / 1985, S. 153-155

Horst Seidler

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Abstract

Die konjunkturelle Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland wurde zu Anfang dieses Jahres durch zwei Einflüsse geprägt. Der ungewöhnlich kalte Winter führte dazu, daß im Januar und Februar Außenarbeiten weitgehend zum Erliegen kamen; insbesondere die Bauproduktion war hiervon betroffen. Gleichzeitig erreichte der Kurs des US-Dollars gegenüber der D-Mark neue Spitzen werte; dies führte zu einer weiteren Stimulierung der ausländischen Nachfrage nach deutschen Produkten, verteuerte aber auch die Einfuhrgüter und wirkte den Zinssenkungstendenzen, die Ende letzten Jahres deutlich geworden waren, entgegen. Für die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktion und der Beschäftigung wog im bisherigen Verlauf dieses Jahres der negative Witterungseinfluß stärker als die vom Ausland kommenden. Nachfrageimpulse: Die Zahl der Arbeitslosen stieg mehr als saisonüblich und erreichte mit 2,6 Millionen - nicht saisonbereinigt - einen erschreckenden Rekord. Die Preisentwicklung blieb, gemessen am Index der Verbraucherpreise, trotzder wechselkursbedingten Verteuerung der Wareneinfuhr ruhig. Kurzfristig verstärkte Preissteigerungen waren eher den ungünstigen Witterungseinflüssen bei einigen Gütergruppen zuzuschreiben.

Themen: Konjunktur


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