DIW Wochenbericht 44 / 1984, S. 535-544
Hans-Joachim Ziesing
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Im Jahre 1983 hat der Energieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland erstmals seit drei Jahren wieder zugenommen, nachdem er in den Jahren von 1980 bis 1982 um fast 47 Mill. t SKE bzw. um über 11 vH gesunken war. Die Aufwärtsentwicklung setzte sich im bisherigen Verlauf des Jahres 1984 verstärkt fort: In den ersten neun Monaten lag der Primärenergieverbrauch immerhin um 5,2 vH über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Insgesamt dürfte er 1984 den Vorjahresverbrauch um etwa 4 vH übertreffen. Der Verbrauch von elektrischer Energie hat im Durchschnitt der Jahre 1980 bis 1982 stagniert. 1983 war mit 2,8 vH wieder eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. 1984 ist mit einem Zuwachs von 4,5 vH zu rechnen. Die Struktur der Stromerzeugung hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert: Während die Stromerzeugung aus Kernenergie in den Jahren 1980 bis 1983 um 56 vH und die aus Steinkohle uin 23 vH stieg, wurde die Verstromung von Heizöl um 55 vH und die von Erdgas um 47 vH zurückgenommen. Im Jahre 1983 beruhten nur noch wenig mehr als 13 vH der Brutto-Stromerzeugung auf Heizöl und Erdgas (1979: 26 vH). Die Strukturverschiebungen in Richtung Kernenergie werden sich fortsetzen. Bis 1990 dürfte sich hier die Kapazität nochmals verdoppeln. Probleme in Zusammenhang mit getroffenen vertraglichen Vereinbarungen über eine Steigerung der Verstromung inländischer Steinkohle sind damit zwar nicht auszuschließen, sie sollten aber lösbar sein.
Themen: Energiewirtschaft
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