Sozialer Wohnungsbau als Alternative zur Mietpreisbremse? Kommentar von Dirk Ulbricht
Kommentar
vom
6. Mai 2015
Generell ist der soziale Wohnungsbau ein geeignetes Mittel, um für bezahlbare Wohnungen zu sorgen. Indem er das Angebot erhöht, setzt er bei den Ursachen für hohe Mietpreise an. Der soziale Wohnungsbau ist auch für finanzschwache Städte aus eigener Kraft durchführbar. Bisher wurde der Bau neuer Sozialwohnungen im Gegenzug für eine 15- bis 20-jährige Mietpreisdeckelung meist durch günstige Kredite gefördert. Angesichts hoher Schuldenstände einzelner betroffener Gemeinden wie Berlin und ohnehin niedriger Zinssätze ist das aktuell nicht praktikabel. Alter - nativ kann eine Gemeinde Investoren jedoch kostengünstig Bauland zur Verfügung stellen. In München werden auf diese Weise bereits seit Jahren Sozialwohnungen mit sehr langen Mietbegrenzungen von 40 bis 60 Jahren geschaffen. In Hamburg werden städtische Grundstücke nicht nach Höchstpreis, sondern nach Güte des vorgestellten Konzepts veräußert. Dabei werden neben energetischen und wohnungspolitischen auch sozialpolitische Kriterien zur Beurteilung der Gebote herangezogen.