Reform des Arbeitszeitgesetzes: weder nötig noch wünschenswert. Kommentar von Karl Brenke
Kommentar
vom
29. Juli 2015
Lange war es ruhig, nun ist die Diskussion um die Arbeitszeit in Deutschland neu entbrannt. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist vorgeprescht und fordert eine stärke Flexibilisierung der Arbeitszeit, um der Digitalisierung der Arbeitswelt und der Vereinbarung von Beruf und Familie besser gerecht zu werden. Digitalisierung? Die ersten CNC-Maschinen (Computerized Numeric Control) gab es bereits vor 50 Jahren, kaum jünger ist die computergestützte Produktentwicklung. Inzwischen sind Produktion, Bezug von Vorleistungsgütern und Absatz eng miteinander vernetzt. Hat der DIHK all das nicht mitbekommen? Oder ist er dem Begriff der Industrie 4.0 aufgesessen, der einen qualitativen Sprung in der Automatisierung verspricht, bisher aber ziemlich inhaltsleer geblieben ist und deshalb als wichtigtuerisches Wortgeklingel erscheinen muss?