70 Jahre Atomkraft: Vom Traum zum Albtraum. Kommentar von Christian von Hirschhausen

Kommentar vom 5. August 2015

Fast auf den Tag genau 70 Jahre ist es her, dass im Südwesten der Vereinigten Staaten die weltweit erste Atombombe explodierte. Albert Einstein hatte den damaligen US-Präsidenten Roosevelt 1939 in einem Brief vor den deutschen Atomplänen gewarnt und somit den Impuls für das Megaprojekt „Manhattan“ gegeben: Angehörige des  Militärs, Wissenschaftler und Ingenieure entwickelten in einer konzertierten Aktion in kürzester Zeit die Atombombe. Nachdem die USA durch die Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 die zerstörerische Kraft der neuen Technologie bewiesen hatten, wurde diese in der Nachkriegszeit zum Heilsbringer stilisiert: Eine kostengünstige, sichere Energieversorgung und „grenzüberschreitend  Gutes für die Menschheit“ (US-Präsident Eisenhower) war die Hoffnung. Auch im Vertrag über die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) spiegelte sich der Traum von den vermeintlich zahlreichen Vorteilen der Atomkraft wider.

Doch sieben Jahrzehnte später hat er sich in einen Albtraum verwandelt: Die angeblich „kostengünstige“ Atomkraft ist heute die mit Abstand teuerste Stromerzeugungstechnologie – der jüngst angekündigte, mit Milliardensubventionen angeschobene Neubau von zwei Reaktoren im britischen Hinkley Point belegt das eindrücklich. Niemals ist auch nur ein einziges Atomkraftwerk unter wettbewerblichen Bedingungen mit privaten Investitionen entstanden. Selbst erneuerbare Energien sind heute in Verbindung mit inzwischen verfügbaren Speichertechnologien kostengünstiger.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 32-33/2015 (PDF, 226.49 KB)

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