Schütt-aus-Hol-Zurück funktioniert nicht bei Sparkassen (und anderen Banken). Kommentar von Dorothea Schäfer

Kommentar vom 2. September 2015

Die Sparkassen haben sich während der Finanzkrise als sta­bilisierender Faktor erwiesen. Hier gibt es kein „too big to fail“-Problem. Das Geschäft der Sparkassen ist vorwiegend traditionelles Bankengeschäft, nämlich Spareinlagen herein­zunehmen und Kredite an lokale Unternehmen zu vergeben, und das „dient“ der Realwirtschaft. Die meisten Sparkassen haben ein tragfähiges Geschäftsmodell. Im Gegensatz zu den Megabanken bekommen sie auch keinen Nichtabwick­lungsbonus von den Rating-Agenturen zugestanden.

Die öffentliche Hand, meist in Gestalt von Kommunen, ist Eigentümerin und haftet. Daher soll sie auch die Verantwor­tung haben. Schließlich gehören Haftung und Verantwortung zusammen, das haben wir in der Krise gelernt. Dennoch zeigt der jüngste Streit um die Gewinnverwendung zwischen dem Vorstandsgremium der Stadtsparkasse Düsseldorf und dem Düsseldorfer Oberbürgermeister, dass der Zusam­menhang von Haftung und Verantwortung im Alltag des Sparkassengeschäfts kompliziert ist. In die gleiche Richtung weist der Streit zwischen dem Finanzministerium in Nord­rhein-Westfalen und dem dortigen Sparkassenverband um die Offenlegung von Vorstandsgehältern. Das Verhältnis von öffentlichen Trägern und Sparkassenmanagement bedarf einer grundsätzlichen Klärung.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 36/2015 (PDF, 143.29 KB)

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