Eine EU-Einlagensicherung ist zurzeit nicht sinnvoll: Kommentar von Dorothea Schäfer

Kommentar vom 2. Dezember 2015

Brauchen wir für eine Bankenunion zwingend eine gemeinsame EU-Einlagenversicherung? Ja, sagt die Europäische Kommission, nein sagen andere, darunter auch die deutschen Banken und Sparkassen. Und in der Tat ist es schwer nachvollziehbar, warum wir im jetzigen Stadium der Bankenunion unbedingt eine gemeinsame Einlagensicherung brauchen. Erstens ist sehr fraglich, ob die EU-Einlagensicherungsrichtlinie überhaupt ein Teil der Bankenunion sein kann. Die Einlagenrichtlinie soll offenbar für die gesamte Europäische Union gelten. Eine Bankenunion formen aber nur die 19 Euro- Staaten und „willige“ Nicht-Euro-Staaten, die der Bankenunion freiwillig beitreten. In einer gemeinsamen EU-Einlagensicherung wären folglich auch Staaten beteiligt, die nicht Teil der Bankenunion sind, und damit auch keiner gemeinsamen Aufsicht mit praktikablem Durchgriffsrecht unterliegen. Verzerrte Anreize für die nationalen Aufsichten dieser Staaten, deren Banken und deren Einlagekunden wären die Folge.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 49/2015 (PDF, 0.52 MB)

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