Kommentar vom 16. Dezember 2015
„Wir schaffen das!“, erklärte die Bundeskanzlerin im Spätsommer dieses Jahres angesichts des immer stärker anschwellenden Zustroms an Asylsuchenden. Was ist zu schaffen? Zunächst gilt es, die Menschen aufzunehmen und über ihr Asylbegehren zu entscheiden. Für Verpflegung und Unterbringung wird zwar gesorgt, allerdings meist in Provisorien wie zum Beispiel in Turnhallen. Schlimm ist es um die Asylverfahren bestellt. Zum einen gibt es das Problem, überhaupt die Asylanträge zu erfassen. So wurden in der Zeit von Januar bis November 965 000 Asylsuchende gezählt, aber nur 425 000 Asylanträge registriert. Entschieden wurde im selben Zeitraum lediglich über 240 000 Anträge; einen zweiten und ebenfalls wachsenden Stau gibt es also bei den Verfahren selbst. So kam im November auf sechs in Deutschland ankommende Asylbewerber gerade ein entschiedenes Verfahren. Es ist nicht abzusehen, wann der aufgehäufte Berg an unerledigten Verfahren kleiner wird. Ein erträglicher Normalzustand liegt in ganz weiter Ferne.