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Spracherwerb: Geflüchtete schließen zu anderen MigrantInnen nahezu auf

DIW Wochenbericht 35 / 2016, S. 741-748

Elisabeth Liebau, Diana Schacht

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Abstract

Der Erwerb von Deutschkenntnissen wird für die Mehrzahl Geflüchteter zum Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Dies gilt sowohl hinsichtlich des Einstiegs auf den deutschen Arbeitsmarkt, um relevante Bildungszertifikate zu erwerben, als auch für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zu Sprachkenntnissen und Spracherwerb Geflüchteter in Deutschland gibt es bisher jedoch nur wenige Studien. Anhand der IAB-SOEP-Migrationsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) können neue Ergebnisse zum Spracherwerb Geflüchteter in Deutschland präsentiert werden. Die Analysen, durchgeführt am DIW Berlin, zeigen Faktoren auf, die mit dem Spracherwerb Geflüchteter in Deutschland, auch im Vergleich zu anderen MigrantInnen, in der Vergangenheit in einem positiven Zusammenhang standen. Geflüchtete verfügten bei ihrer Ankunft in Deutschland meist über keine Deutschkenntnisse. Im Zeitverlauf konnten sie sich jedoch dem Sprachniveau anderer MigrantInnen annähern. Hierbei standen das Alter beim Zuzug und die bisherige Bildungsbiographie der Geflüchteten in einem positiven Zusammenhang mit ihrer Sprachentwicklung. Nach dem Zuzug ging ihr weiterer Spracherwerb mit der Partizipation im deutschen Bildungssystem, einer längeren Aufenthaltsdauer sowie dem häufigen Gebrauch der deutschen Sprache, etwa am Arbeitsplatz, einher.

Whether they’re looking to participate in social life, enter the German labor market, or obtain relevant training certificates, learning German is a critical part of integration for the majority of refugees—and yet only a handful of studies have examined their language acquisition patterns and skill levels. The IAB-SOEP Migration Sample, which was collected by the Institute for Employment Research (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung) and the German Socio- Economic Panel (Sozio-oekonomisches Panel), offers new findings on German language acquisition among refugees; the present analysis, conducted by DIW Berlin, identifies factors that have been positively correlated with German language acquisition among refugees as well as non-refugee migrants. According to the survey, most refugees did not speak any German upon their arrival in Germany—but with time, they approximated the German language proficiency of Germany’s non-refugee migrants. Positively correlated factors include the refugee’s age at the time of immigration as well as his or her prior educational background. Once they were in Germany, refugees’ fluency improved with time, participation in the German education system, and frequent usage of the language, especially in the workplace.

Elisabeth Liebau

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Themen: Migration



JEL-Classification: F22;I21;J15
Keywords: Language acquisition, language proficiency, refugees, Germany
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/146536

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