Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 2 / 2017, S. 41-59
Hans-Helmut Kotz, Willi Semmler, Ibrahim Tahri
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Der Europäische Finanzsektor ist durch eine erhebliche institutionelle Vielfalt gekennzeichnet. In dieser kommen unterschiedliche gesellschaftliche Antworten (oder Präferenzen) in Bezug auf Zielkonflikte zum Ausdruck. Die einheitliche Geldpolitik ist damit vor besondere Herausforderungen gestellt, das gilt insbesondere in Krisenfällen. Mit Hilfe eines nicht-linearen vektorautoregressiven Modells dokumentieren wir die unterschiedlichen Reaktionen auf einen identischen monetären Impuls. Die Unterschiede werden insbesondere in zwei Regimen erkennbar. Zentral ist, dass vor dem Hintergrund einer solchen institutionellen Heterogenität die Geldpolitik, entgegen ihrer Absicht, in Krisenländern destabilisierend wirken kann. Von daher könnte eine einheitlichere finanzielle Infrastruktur die kontraproduktiven Politikwirkungen abmildern. Die Gründe für die institutionelle Vielfalt wurzeln allerdings tief in gesellschaftlichen Kompromissen. Und Konvergenz muss nicht notwendigerweise eine stärkere Betonung der Kapitalmarktausrichtung bedeuten.
Europe’s financial landscape has substantial institutional variety. This reflects different societal responses to (or preferences with regard to) trade-offs. For monetary policy, it implies a challenging environment, particularly in times of financial crises. Using anon-linear VAR-model we document diverging responses to an identical monetary policy impulse, especially between two states of nature (regimes). Crucially, with such heterogeneity between countries in crisis, monetary policy can become, counter-intentionally, de-stabilizing. Thus, a more homogenous financial infrastructure could mitigate such counterproductive policy effects. However, the underlying reasons for the institutional variety are rooted deeply in societal compromises. And convergence must not necessarily be towards a stronger emphasis on capital markets.
Topics: Monetary policy, Europe
JEL-Classification: E10;E20;E40;G01;G15
Keywords: Capital Markets Union, European Monetary Union, European Union, Financial Crisis, Monetary Policy, Convergence, non-linear VAR-model
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.86.2.41
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/202049