DIW Glossar

Das DIW Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die in der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts häufig verwendet werden. Die hier gelieferten Definitionen sollen dem besseren Verständnis der DIW-Publikationen dienen und wichtige Begriffe aus der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung so prägnant wie möglich erklären. Das Glossar hat keinen Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit.

Geschlechterquote

Eine Geschlechterquote ist eine Vorgabe, die festlegt, dass Frauen beziehungsweise Männer zu einem bestimmten Mindestanteil in Gremien wie Vorstand oder Aufsichtsrat von an die Quote gebundenen Unternehmen vertreten sein müssen.

In Deutschland gilt seit 2016 für die Aufsichtsräte von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite haben gleich viele Sitze im Aufsichtsrat) Unternehmen eine verbindliche Geschlechterquote in Höhe von 30 Prozent. Sie betrifft derzeit (Stand Januar 2018) gut 100 Unternehmen und muss im Zuge der Neubesetzung von Aufsichtsratsposten umgesetzt werden. Hat ein an die Geschlechterquote gebundenes Unternehmen weniger als 30 Prozent Frauen in seinem Kontrollgremium, muss es frei werdende Posten so lange an Frauen vergeben, bis die 30-Prozent-Marke erreicht ist. Andernfalls bliebe der Platz im Aufsichtsrat unbesetzt („leerer Stuhl“).

Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) verpflichtet in Deutschland außerdem etwa 3.500 börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen, sich Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Managementebenen zu setzen. Für den Fall der Nichterfüllung sind allerdings keine Sanktionen vorgesehen, zudem ist die Zielgröße Null zulässig.

Auf europäischer Ebene ist in Sachen Geschlechterquote Norwegen Vorreiter. Bereits im Jahr 2003 hat das Land eine Quote von 40 Prozent für Aufsichtsräte staatlicher und börsennotierter Unternehmen beschlossen und für den Fall der Nichterfüllung teilweise sehr harte Sanktionen festgelegt, bis hin zur Auflösung des Unternehmens (siehe Tabelle). Dem Beispiel Norwegen folgten mit zeitlichem Abstand Spanien und Island, die 2007 ebenfalls Geschlechterquoten in Höhe von 40 Prozent einführten, jedoch ohne die Nichterreichung dieser Quoten mit Sanktionen zu belegen.

Im Jahr 2011 haben vier Länder – Belgien, Frankreich, Italien und die Niederlande – Quoten für Aufsichtsräte beziehungsweise die Executive Committees (Excos) eingeführt. Die Bestimmungen in diesen Ländern unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Höhe der Quote, der Frist, bis zu der die Quote erreicht werden muss, sowie der Sanktionen. Österreich folgte im Jahr 2017 mit einer Quotenregelung, die sich weitgehend an den Bestimmungen der Geschlechterquote für Deutschland orientiert.



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DIW Wochenbericht 1+2/2018 | PDF, 2.66 MB "Managerinnen-Barometer 2018"
DIW Politikberatung kompakt 121 | PDF, 2.92 MB "Führungskräfte-Monitor 2017"
DIW Wochenbericht 1+2/2017 | PDF, 1.29 MB "Managerinnen-Barometer 2017"
DIW Wochenbericht 40/2015 | PDF, 492.88 KB "Zum Potential einer festen Geschlechterquote"

Stand: Januar 2018