Ukrainische Banken: Politiknähe beeinflußt Geschäftspolitik

Pressemitteilung vom 6. Juni 2007

In der Ukraine bewirkt die Verflechtung von Banken und Politikern einen Anstieg der Eigenkapitalquote und ein Sinken der Zinsüberschüsse der betroffenen Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 23/2007. Der Befund fällt umso stärker aus, je aktiver die mit den Banken vernetzten Abgeordneten sind. Eine mögliche Ursache dafür könnte der vermehrte Eintritt ausländischer Banken in den ukrainischen Markt in der jüngsten Zeit sein, da ausländische Investoren in der Regel vor allem an politiknahen Banken interessiert sind und für diesen Bankentyp somit ein starker Anreiz zur Erhöhung der Eigenkapitaldecke besteht.
Das zweistufige ukrainische Bankensystem besteht aus der Zentralbank und - im Jahr 2006 - 193 Geschäftsbanken. Gut 10 Prozent der Geschäftsbanken können als politiknah gelten, wobei sie meist mit nur einem einzigen Abgeordneten des ukrainischen Parlaments verbunden sind, der z. B. Aufsichtsratsmitglied oder Anteilseigner ist. Die politiknahen Banken weisen niedrigere Eigenkapitalquoten und Zinsmargen als die unabhängigen Banken auf.
keyboard_arrow_up