Deutschland hat auf dem Wachstumsmarkt Nanotechnologie eine starke Ausgangsposition, muss aber die wirtschaftliche Verwertung dieser Technologien intensivieren. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 25/2007. Im Vergleich mit den USA und Ostasien erfolgt die Nutzung der Ergebnisse der Grundlagenforschung bis zur Marktreife einschließlich der Massenanfertigung in Deutschland noch zu zögerlich. Je eher diese Umsetzung gelingt, umso größer werden die Wachstums- und Beschäftigungseffekte für die deutsche Wirtschaft sein.
Weltweit wird das schon jetzt erhebliche Potential der wirtschaftlichen Nutzung von Nanotechnologie rasch zunehmen, es wird mit jährlichen Wachstumsraten von mehr als 10 % gerechnet. In Deutschland existieren gegenwärtig etwa 450 bis 600 Nanotechnologie-Unternehmen mit schätzungsweise 20 000 bis 32 000 Arbeitsplätzen, weitere 114 000 Arbeitsplätze hängen indirekt mit dieser Technologie zusammen. Da es sich überwiegend um kleine und mittlere Unternehmen handelt, kommt es in den nächsten Jahren insbesondere darauf an, sie mit Forschungseinrichtungen zu vernetzen und den Informationsaustausch mit Blick auf die Nutzung von neuen Marktchancen zu fördern. Gestärkt werden muss auch die Umsetzung in großtechnische Fertigung, um durch Massenproduktion wettbewerbsfähig zu sein. Hinzu kommt die Bereitstellung von entsprechend qualifizierten Fachkräften im Rahmen neuer Studien- und Ausbildungsgänge an den Universitäten und Fachhochschulen.
Bei den öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung belegt Deutschland mit 310 Mill. Euro im Jahr 2005 hinter den USA und Japan den dritten Platz. Gleiches gilt für die Patentanmeldungen. Bei Publikationen wurde Deutschland kürzlich von China auf den vierten Platz verdrängt. Dies zeigt, dass Deutschland seine Anstrengungen in diesem Technologiebereich weiter verstärken muss, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen.