Zu wenige Frauen in Spitzenpositionen der großen Banken und Versicherungen

Pressemitteilung vom 27. Juni 2007

Der Frauenanteil an Aufsichtsratsposten in Deutschland ist bei den großen Banken und Sparkassen mit 15% sowie bei Versicherungsgesellschaften mit 11% gering. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 26/2007. Zudem zeigt die Studie des DIW Berlin über die Präsenz von Frauen in den Vorständen im Bankgewerbe (100 Unternehmen) und Versicherungen (63 Unternehmen), dass nur 2,5 % der Vorstandssitze von Frauen eingenommen werden.
Damit besteht ein eklatantes Missverhältnis zwischen dem hohen Anteil weiblicher Beschäftigter in der Finanzbranche insgesamt (54%) und ihrer Repräsentanz in den Top-Entscheidungsgremien. Dass dennoch in den meisten Aufsichts- oder Verwaltungsräten eine Frau vertreten ist, geht überwiegend auf die Entsendung durch Arbeitnehmervertretungen zurück. So erhielten mehr als vier Fünftel der Frauen in Aufsichtsräten ihr Mandat von Arbeitnehmervertretungen. Von Arbeitgeberseite werden Frauen offenbar nur selten in die Aufsichts- und Verwaltungsräte berufen. Auch wenn die Situation im Finanzsektor etwas besser ist als in anderen großen Unternehmen – der Frauenanteil bei den großen 100 beträgt in den Aufsichtsräten 8,6%, in den Vorständen 0,2% – ist eine Gleichstellung der Geschlechter in den Spitzenpositionen auch im Finanzsektor nicht abzusehen.
keyboard_arrow_up